Antiautoritäre Erziehung: Was sind die Vor- und Nachteile?

PRO:

Dieser Erziehungsstil richtet sich nicht grundsätzlich gegen die Autorität, vielmehr gegen die unnötige Unterdrückung, die Kinder an ihrer freier Selbstentfaltung hindert. Heute sollte eine freie Erziehung von Kindern zu selbstbewussten, kreativen, gemeinschafts- und konfliktfähigen Individuen eigentlich selbstverständlich sein. Zu autoritären Erziehung. Diese ist geprägt von Befehlen und Regel, an die sich die Kinder immer halten müssen. Sätze wie ” Räum jetzt sofort dein Zimmer auf, sonst darfst du die ganze Woche nicht nach draußen” führen bei Kindern zu Verunsicherung, Angst und möglicherweisen Versagen. Disziplin wird bei autoritären Eltern häufig mit Drohungen und Bestrafungen durchgesetzt.

Dem Kind wird Entscheidungsfreiheit völlig genommen und somit wird es bei der Entfaltung völlig eingeschränkt. Nicht selten werden Beschlüsse über den Kopf des Kindes hinweg gefasst.

CONTRA:

Antiautoritäre Erziehung wird gerne verwechselt mit einer gewissen “Laissez-faire-Haltung“, die an Rousseaus Ideen vorbeigeht, weil es keine aktive Auseinandersetzungen mit dem Kind mehr gibt. Die Summerhill-Schule ist ein Beispiel dafür: Hier sind die Schüler wirklich komplett auf sich alleine gestellt. Kinder brauchen aber Struktur, Halt, und Regeln auf die sie bauen können. Den Kindern Sicherheit zu vermitteln ist ebenso wichtig.

Vorsicht also vor der Haltung, bei der es nicht mehr darum geht, die Kleinen zu fördern und durch den Austausch mit Eltern und Erziehern die Voraussetzung für eine positive Entwicklung zu schaffen. Die Sorge der Erziehenden soll nämlich sehr wohl darauf gerichtet sein, was aus dem Kind wird, in welche Richtung es sich entwickeln soll und welche Fähigkeiten besonders gefördert werden sollen. Freiheit in der Erziehung ist gut und notwendig, aber zu viel davon lässt das Kind erst hilflos und dann zügellos und egoistisch werden.